Am Anfang gab es das 1/4" Studioband in robuster Acetyl-Cellulose Qualität und Dicke. Es ging nicht sonderlich viel drauf auf eine 18er Spule, aber die Studios hatten ja offene 26cm Wickelteller, die Amerikaner sogar 16" (über 30cm) Teller.
Doch man konnte den anfäglichen Acetyl-Cellulose-Träger (später dann aus PVC und inzwischen aus PE Material) dünner machen bei gleicher bzw. besserer Stabilität gegen Zerren und Rupfen und nannte das dann Langspielband (grün). Im Hobbybereich gab es eine Zeit lang nichts Besseres und wir mußten damit leben. Mit zunehmend verbesserter Laufwerks-Technik, das sind dann sensiblere Bandzugtechniken, konnte man wiederum das Band "verdünnen".
Daraus wurde das Doppelspielband (blau). Wir Hobbyisten waren glücklich, denn es funktionierte einigermaßen bei wohlwollender Umschreibung der Probleme.
Dann kam das Triple Band (grau), später auch noch mit Rückseitenbeschichtung und ganz vielen speziellen "Mischungen" mit Chrom-"Blablabla" für die protzigen Akais und Teacs und natürlich auch für die Revox A77 und die ASC 6000. Das gab einen monatelangen marketingmäßigen Schlagabtausch der Europäer, Amerikaner und Japaner, wer denn nun die beste Qualität liefern könnte. Das ging dann weiter bis zum Sechsfachspielband für die 1963 herausgekommenen kleinen Philips Compact Cassetten.
Bei uns waren BASF und AGFA die beiden dominierenden Hersteller. Aus dem Ostblock kam fast nicht zu uns rüber, die hatten so wenig davon, daß es für die Nutzer hinter dem Eisernen Vorhang nicht reichte und die Qualität war angeblich mäßig. Weltweit gab es damals aber noch mehr große Namen außer 3M, Fuji, Memorex, Sony usw., die noch Bandmaterial produzierten. Inzwischen (2005) hat sich die Zahl dramatisch dezimiert.
Am Ende ging es aus wie das "Hornberger Schießen", denn die Band-Maschinen mußten langwierig und mühsam auf eine ganz bestimmte Sorte eingemessen (optimiert) werden und von da an gab es keine Alternative mehr. Das galt natürlich auch für die Cassettengeräte, die übrigens nie an die Qualität der Bandgeräte heran kamen. Also das mit dem Einmessen, es machte fast keiner, vor allem nicht die Akai- und Teac- Käufer, die ja eh nur die glänzende Edelstahl-Optik wollten (ist eine rein private Unterstellung).