Bei Tandberg gibt es nicht die wilden Stories der Vergangenheit so wie bei Quantum oder Seagate. Tandberg ist als uralter norwegischer Radio- und Magnetband- Geräte Hersteller, renomiert und in Europa sehr bekannt. Irgendwann wurde aus der Firma Tandberg Radio der Tandberg Data Bereich ausgegliedert und firmiert seit einiger Zeit weltweit selbständig.
Tandberg war der einzige Hersteller neben Quantum selbst, der die DLTs in Lizenz (also als zweite Quelle = second source) gefertig hatte oder unter eigenem Label bauen ließ. Das brachte Tandberg im "alten Europa" einen lokalpatriotischen Wettbewerbsvorteil, wie immer man das bewerten soll.
Inzwischen ist das kleine Norwegen reich geworden (2005/2006) und als eines der reichsten Länder Europas (die haben Öl) steigen auch dort die Lohn- und Produktionskosten ins Unbezahlbare. Damit kam auch das "Aus" für die heimische Produktion. Und jetzt steht auf den LTOs auch überall "made in China" drauf, wie bei allen anderen auch, leider.
Damit fällt natürlich ein lokales Kauf-Argument für einen europäischen Anbieter weg, wenn sowieso alle ihre Bandlaufwerke in China produzieren lassen. Der Tandberg Kundendienst ist laut Aussagen vieler Anrufer sehr zuvorkommend und pflegt so das Image der alten Firmen Tradition.
Und die vom Vertrieb sprechen Deutsch und denken europäisch, jedenfalls noch. Die anderen großen Library Anbieter (meist US Amerikaner) haben "selbst im Dunklen" die glühenden Dollar Zeichen (ein Vergleich mit "Dagobert Duck" ist rein zufällig) in den Augen und man merkt es. Da hat Tandberg einen Vorteil, den sie hoffentlich nicht verspielen.
Auch hat "man" bei Tandberg manches Mal gute Einfälle, wie zum Beispiel die (von allen anderen abgekündigte) LTO1 Technik ab Feb. 2006 wieder aufzulegen. Nach unserer Einschätzung brauchen über 90% der EDV Anlagen weder SDLT-2 noch LTO3 mit diesen sagenhaften 24 MB/s (und mehr) Datentransfer. Keiner der Netzwerk-Server dieser 90% der Netzwerke können diese (sicherlich exzellente) Geschwindigkeit.