Dann gab es noch etwas zu beachten, insbesondere beim Rundfunk. Wie lief das Band an den Köpfen vorbei ?
Das Magnetband-Material bestand in der zweiten Generation (also etwa ab 1935) aus zwei Schichten, der eigentlichen Trägerschicht und der aufgebrachten Magnetschicht. Bei den alten deutschen AEG Magnetophones wurde das Band mit der Magnet- schicht nach außen aufgewickelt. Es muß triftige Gründe dafür gegeben haben, anscheinend in der Haftfähigkeit der Magnetschicht auf der Trägerschicht in Verbindung mit dem unterschiedlichen Biegeradius der beiden Schichten bei engen Biegungen.
Mit dem Umstieg von Acetyl Cellulose Bändern auf Type L PVC Bänder 1943 hatte man endlich auch einen flexibleren Träger und es hätte schon funktioniert, aber man blieb in Deustchland bis lange nach dem Krieg bei der alten deutschen Schichtlage.
Es gab noch einen zweiten Aspekt bezüglich der Schichtlage, den Kopiereffekt.
Ein Gast schreibt:
Mit der Deutschen Schichtlage hat es folgendes auf sich:
Wenn man ein Tonband lange Zeit lagert, kommt es zum sogenannten "Kopiereffekt" - der (laute) Inhalt einer Wicklung kopiert sich durch den eigenen Magnetismus auf die nächste Wicklung. Das führt dazu, daß man ein "pre-echo" bekommt: man hört die eigentliche Aufnahme in einer leiseren Kopie, bevor sie eigentlich einsetzen sollte. Wenn man das vermeiden will, muß man das Band "tailed-out"-lagern, also "auf Ende". Somit fällt das "pre-echo" IN die Aufnahme hinein, anstatt DAVOR - somit fällt sie nicht mehr auf. Das heißt jedoch, daß man erst das ganze Band zurückspulen muß, bevor man es abspielen kann.
Um diesen Umstand zu vermeiden, also die Bänder "auf Anfang" lagern zu können (schneller Zugriff ist im Rundfunk genauso wichtig wie lange Lagerbeständigkeit), wählte man damals noch sehr lage Zeit die sogenannte "Deutsche Schichtlage", die es erlaubte, Bänder "auf Anfang" gespult zu lagern und trotzdem keinen störenden Kopiereffekt als "pre-echo" zu haben.