Das Loewe Opta Optaphon in der erschwinglichen Schmuck-Schatulle für die wohlhabende Hausfrau . . . . oder ? den Hausmann, damals 1950?
In Lindenfels steht ein sehr gut erhaltenes Octaphon in einer Truhe aus feinstem Edelholz, also ganz sicher nur für die oberen Zehntausend gedacht. Aber die gab es auch schon damals. Übrigens, es funktioniert wirklich noch, nach 56 Jahren !!!
Auch hier ein Text aus einer Werbebroschüre von 1950:
Ein entscheidender Schritt ist in diesem Jahre Loewe-Opta, Berlin, durch Schaffung des Heim-Magnetbandgerätes „Optaphon" gelungen. Wahrend bisher fast alle Magnet- bandgeräte in einer für den Heimgebrauch unzweckmäßigen Bauform hergestellt werden, berücksichtigt das „Optaphon"- Gerät erstmalig die besonderen Verhältnisse des Durchschnitts-Rundfunkhörers.
Es ist in eine Schatulle üblicher Abmessungen eingebaut und unterscheidet sich äußerlich nicht von einem gewöhnlichen Plattenspieler. Im Gegensatz zum Plattenspieler können auch Aufnahmen durchgeführt werden. Beim „Optaphon" befindet sich das Magnetband in einer Kassette, die das Einfädeln des Bandes erspart.
Der technische Vorgang des Einlegens ist so vereinfacht worden, daß man das Band überhaupt nicht mehr in die Hand nehmen muß. Man kann natürlich auch normale Spulen ohne Kassette verwenden, wenn sich z. B. der geübte Amateur seine Bänder selbst schneiden und zusammen kleben möchte. Bei einer Bandgeschwindigkeit von 19 cm/s ergibt sich eine maximale Spieldauer von etwa einer ganzen Stunde.
Bei der Aufnahme entstehen auf dem Magnetband zwei Tonspuren nacheinander. Während der ersten halben Stunde läuft das Band in der einen Richtung und erhält die obere Tonspur. Sodann kehrt sich die Laufrichtung automatisch um, und es entsteht darunter die zweite Tonspur die gleichfalls eine Aufnahmedauer von 30 Minuten zuläßt. Eine Tabelle auf der Kassette gestattet in Verbindung mit einer Anzeigevorrichtung jede beliebige Stelle schnell aufzufinden.