Westpfahl: Nachdem wir die K2 und K3 1936/37 gebaut hatten, war die AEG K4 (von 1938) eine vollkommene Neukonstruktion. Die K4 hatte einen feststehenden Kopfträger (einen nicht einschwenkenden Aufnahmekopf), der sich abnehmen ließ. Sechs Steckkontakte übernahmen die Zuführung zu den einzelnen Köpfen. Die K4 besaß einen neuartigen, breiten Löschkopf, der auch im Labor (FmLb) entwickelt wurde. Da nun die Köpfe feststanden, das Band also immer (auch bei Wiedergabe) mit den Köpfen in Kontakt war, mußte man eine Lösung finden, die die permanente Magnetisierung des Löschkopfs und des Sprechkopfs beseitigte. Man hatte im Labor eine geniale Lösung in der Form gefunden, daß beim Anhalten des Bandes ein Schwingkreis auf die in Reihe geschalteten Lösch- und Sprechköpfe geschaltet wurde, die Köpfe also automatisch mit einer großen (Anfangs-) Amplitude entmagnetisiert und wieder in den jungfräulichen Zustand versetzt wurden.
Das K4 Gerät war schon eine schöne Einrichtung. Es war eine kompakte Einheit in der Form, daß in den nach hinten verbreiterten Rahmen ein Aufnahmeentzerrer eingebaut wurde. Dieser bestand aus einem Trafo, der nach der Rundfunknorm für 1,55 V (Nullpegel) ausgelegt war. Dann folgte eine entsprechende Entzerrungstufe, die mit überlagertem Gleichstrom die Betriebs- und Arbeitsströme für den Sprechkopf erzeugte.
Der Wiedergabeentzerrer war separat ausgeführt, und zwar war das eine sehr aufwendige Konstruktion: ein schlankes Chassis mit zwei in weichem Merinofilz gelagerten Sockeln für die EF12k, das seinerseits aus Abschirmgründen in einem großen, filzgelagerten Blechkasten eingesetzt war und mit jeweils fünf Steckkontakten in die Rahmenkonstruktion hineingeschoben werden konnte. Damit hatte man eine kompakte Einheit für Aufnahme und Wiedergabe, die einen Ausgangsspegel von 1,55 V an 200Ohm lieferte.
Dr. Schadwinkel: Die K4 war speziell für den Rundfunk gebaut. Deshalb die hohen Anforderungen an Kling-Unempfindlichkeit.
Westpfahl: Auf der linken Seite waren die Anschlüsse über Kordelklemme (?) für die Rundfunkpegel angebracht und das Gerät genügte, wie gesagt, den Rundfunkbedingungen. Eingangsspannung und Wiedergabespannung 1,55 Volt.
1943 wurde nach Bombenangriffen die Magnetophon-Fabrikation nach Zühlsdorf verlegt, wo man in Ruhe zu arbeiten hoffte. In dieser Zeit wurde ich - nachdem mir aus Protektionsgründen ein Parteimann als Vorgesetzter zugemutet wurde - auf meinen Wunsch aus der Magnetophon- Fertigung wegversetzt, so daß ich über die weitere Entwicklung nicht mehr berichten kann.